5 Fragen an die KI-Experten: Wie künstliche Intelligenz die Unternehmenswelt revolutioniert

von Sandra Benseler

5 Fragen an die KI-Experten: Wie künstliche Intelligenz die Unternehmenswelt revolutioniert

Quelle: SEQIS GmbH

Künstliche Intelligenz (KI) ist längst mehr als nur ein futuristisches Konzept – sie ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor in nahezu jedem Geschäftsbereich. Von der Softwareentwicklung bis zum Vertragsmanagement: Unternehmen suchen nach Wegen, KI effizient und sicher zu integrieren. Wir haben fünf zentrale Fragen an KI-Experten gestellt, die Aufschluss darüber geben, wie Unternehmen die neue Technologie am besten nutzen können.

 

1. Wie setze ich KI am besten für die Testfallerstellung ein?

KI revolutioniert das Software-Testing durch die Automatisierung und Optimierung der Testfallerstellung. Der beste Ansatz ist, KI dort einzusetzen, wo sie ihre Stärken voll ausspielen kann:

  • Generierung von Testfällen: KI-gestützte Tools können modellbasiert aus bestehender Code-Struktur oder Spezifikationsdokumenten Testfälle generieren. Sie erkennen dabei auch Grenzfälle und komplexe Szenarien

  • Testabdeckung: KI kann automatisch neue und unvorhersehbare Testeingaben erzeugen, sowie durch die Analyse großer Mengen von Testdaten die Testabdeckung signifikant erhöhen.

  • Dynamische Priorisierung: KI-Systeme können Testfälle dynamisch nach Relevanz und kritischen Funktionen priorisieren, um sicherzustellen, dass die wichtigsten Tests zuerst ausgeführt werden.

Wichtig: Das Ziel ist nicht, menschliche Tester zu ersetzen, sondern sie von repetitiven Aufgaben zu entlasten, damit sie sich auf komplexes, kreatives Problem-Lösen konzentrieren können.

 

2. Kann mich die KI beim Schreiben von Code unterstützen?

Ja, KI-Coding-Tools sind mittlerweile zu einem Must-have für Entwickler geworden und steigern die Produktivität massiv. Aktuelle KI-Modelle dienen als vielseitige Programmierassistenten:

  • Code-Vervollständigung und -Generierung: Tools wie GitHub Copilot oder spezialisierte KI-Agenten können in Echtzeit Code-Zeilen vorschlagen, vervollständigen oder ganze Code-Blöcke auf Basis von einfachen Anweisungen generieren. Sie interpretieren den gesamten Projektkontext, um kohärente Lösungen zu liefern.

  • Fehlerbehebung und Analyse: Die Systeme helfen, Sicherheitslücken schnell zu erkennen, Fehler aufzuspüren und Lösungsvorschläge zu liefern.

  • Automatisierung von Routinen: KI kann Unit-Tests und Dokumentationen automatisch generieren.

Wichtig: Trotz der Geschwindigkeit und des Komforts ist menschliche Überprüfung unerlässlich. Der von der KI generierte Code muss immer auf Korrektheit, Effizienz und Sicherheitslücken geprüft werden.

 

3. Wie verhindere ich, dass (sensible) Daten außerhalb des Unternehmens oder meiner Abteilung landen?

Der Schutz sensibler und personenbezogener Daten (DSGVO-Konformität) ist eine der größten Herausforderungen beim Einsatz von KI-Tools, insbesondere bei cloudbasierten Diensten. Die Experten geben hier klare Handlungsempfehlungen:

  • Verwendung geschlossener Systeme (On-Premise oder Private Cloud): Für sensible Daten sollten Unternehmen interne oder private KI-Lösungen in Betracht ziehen, die sicherstellen, dass Daten die Unternehmensgrenzen nicht verlassen.

  • Daten-Anonymisierung und Pseudonymisierung: Bevor Daten in externe KI-Tools (z.B. große Sprachmodelle wie ChatGPT oder Gemini in der Standardversion) eingegeben werden, müssen sie anonymisiert werden. Vertrauliche Unternehmensdaten, proprietärer Quellcode oder personenbezogene Kundendaten dürfen niemals in frei zugängliche, öffentliche KI-Chatbots eingegeben werden, da sie dort potenziell zum Training des Modells verwendet werden können.

  • Vertragliche Regelungen: Bei der Nutzung von Enterprise-Lösungen sollte ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) abgeschlossen werden, der die Nutzung der Daten für Trainingszwecke explizit ausschließt.

  • Mitarbeiter-Richtlinien: Klare interne Nutzungsrichtlinien und Schulungen sind essenziell, um Mitarbeiter für die Risiken beim Umgang mit sensiblen Daten in KI-Systemen zu sensibilisieren.

 

4. Wie finden wir die optimale KI-Lösung für unsere spezifische geschäftliche Herausforderung und welche Auswahlkriterien sind dabei entscheidend?

Die Wahl des richtigen KI-Tools erfordert einen strukturierten Ansatz, der über generische Anwendungsfälle hinausgeht. Es beginnt mit einer klaren Zieldefinition: Was genau soll die KI leisten (z.B. Texterstellung, Datenanalyse, komplexe logische Schlussfolgerungen)? Für einfache, repetitive Aufgaben genügen oft schlankere Modelle, während höchste Präzision und tiefes Verständnis der Daten leistungsstarke Reasoning-Modelle (wie fortschrittliche LLMs) erfordern. Die entscheidenden Auswahlkriterien sind:

  1. Integrationsfähigkeit: Lässt sich die KI nahtlos in unsere bestehende IT-Infrastruktur (CRM, ERP, etc.) einbetten?

  2. Skalierbarkeit und Kosten: Wächst das Tool mit unseren Anforderungen und ist das Preismodell transparent?

  3. Datensouveränität und Sicherheit: Bietet der Anbieter On-Premise- oder Private-Cloud-Lösungen an, um die Kontrolle über unsere sensiblen Daten zu behalten?

  4. Usability und Anpassung: Ist das Tool für die Mitarbeiter intuitiv bedienbar und können wir es auf unternehmensspezifische Prozesse und Fachsprachen trainieren?

 

5. Wie können KI-Systeme unseren Mitarbeitern helfen, schnell und zuverlässig die gesuchten Informationen in unserem internen „Daten-Silo“ – also Verträgen, E-Mails oder alten Projektakten – zu finden?

Der Einsatz von wissensbasierten KI-Systemen transformiert das interne Wissensmanagement. Diese Lösungen basieren oft auf Technologien wie Retrieval-Augmented Generation (RAG) und agieren als intelligente, unternehmensweite Suchmaschine für Ihre unstrukturierten Daten (Texte, Dokumente).

  • Präzise Antworten statt Dokumentenflut: Mitarbeiter müssen nicht mehr Hunderte von Dokumenten durchsehen. Die KI analysiert den gesamten Datenbestand (Verträge, E-Mail-Archive, Akten) und generiert direkte, präzise Antworten auf komplexe Fragen. Sie liefert nicht nur eine Liste von Suchergebnissen, sondern fasst die relevanten Informationen zusammen und verweist auf die Originalquelle.

  • Beschleunigte Routineaufgaben: Im Rechtswesen kann die KI in Sekunden relevante Klauseln, Risiken oder Fristen in Verträgen identifizieren. Im Kundenservice ermöglicht sie den schnellen Zugriff auf Produktwissen aus alten Projektakten.

  • Fazit: Dies führt zu einer drastischen Reduzierung der Suchzeit und stellt sicher, dass Entscheidungen auf der Grundlage des gesamten, aktuellen Unternehmenswissens getroffen werden können, anstatt nur auf leicht verfügbare Informationen zurückzugreifen.

Die Antworten der Experten zeigen: Künstliche Intelligenz ist kein optionales Extra mehr, sondern ein strategischer Wettbewerbsfaktor. Die Potenziale sind enorm, insbesondere dort, wo KI repetitive, zeitintensive Aufgaben übernimmt und menschliche Expertise erweitert.

Allerdings wird der Erfolg von KI-Initiativen entscheidend davon abhängen, ob Unternehmen die Balance zwischen Innovation und Sicherheit meistern. Der Schutz sensibler Daten hat oberste Priorität: Nur durch den bewussten Einsatz von geschlossenen (On-Premise) Systemen, konsequenter Anonymisierung und klaren Compliance-Richtlinien kann das Risiko des Datenabflusses verhindert werden.

Kurz gesagt: Die Zukunft gehört jenen Unternehmen, die nicht nur die richtige KI für die richtige Aufgabe auswählen, sondern auch die notwendigen organisatorischen und technischen Schutzmauern errichten, um die Vorteile der KI sicher und verantwortungsvoll zu nutzen. KI steigert die Produktivität massiv – aber nur, wenn sie mit strategischer Weitsicht und klarem Fokus auf Datensouveränität implementiert wird.

Quellen und weiterführende Informationen

Der Text wurde mit Unterstützung des KI-Modells Gemini (Google) erstellt und redaktionell überarbeitet.

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