Mobile App Testing: Vertrauen in der Hosentasche – Qualität für die Welt der Endgeräte

von Tanja Huber

Quelle: Bild generiert von Gemini (Google AI)

Heutzutage ist das Smartphone für viele das wichtigste und persönlichste Gerät, das wir besitzen. Der Computer für die Hosentasche ist unser täglicher Begleiter und oft gar nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Durch den engen Kontakt, den wir tagein, tagaus mit unseren Smartphones pflegen, ist die Sichtbarkeit von Fehlern entsprechend hoch. Saugt eine App in Sekundenschnelle den Akku leer, wird diese App nicht lange auf dem Gerät installiert bleiben. Dementsprechend ist die Qualitäts-Messlatte in der mobilen Welt höher als überall sonst.

Ein wichtiger Aspekt sind die vielfältigen Erwartungen an die Nutzung von Apps. Zum Beispiel: Wird die App-Nutzung durch einen eingehenden Anruf unterbrochen, erwarten Anwender in der Regel, nach dem Anruf an exakt derselben Stelle fortfahren zu können, an der unterbrochen wurde. Wird diese Erwartung erfüllt, resultiert das zwar nicht zwingend in erhöhter Zufriedenheit, aber ihre Nichterfüllung führt mit Sicherheit zu einer negativen Nutzererfahrung. Negative Erfahrungen haben weit mehr Gewicht als positive. Somit sind ausführliche Tests in der mobilen Welt von weitaus größerer Bedeutung, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

 

Vertrauen durch Verlässlichkeit - Sichergestellt durchs Testen

Beim Mobile App Testing ist es wichtig neben der Software auch die Hardware zu beachten. Angesichts der Vielfalt an Modellen und Funktionen auf dem Markt erwartet jeder Nutzer, dass die Anwendung auf seinem jeweiligen Gerät fehlerfrei funktioniert. Daher liegt einer der Schwerpunkte des Mobile App Testing in der sorgfältigen Auswahl der Testgeräte, um die realen Marktbedingungen so gut wie möglich abzubilden und zu überprüfen. Angesichts der schieren Fragmentierung des Marktes - neben verschiedenen Herstellern gibt es unterschiedliche Bildschirmgrößen und Betriebssysteme und -versionen - ist es technisch und ökonomisch unmöglich, die Software auf jedem existierenden Gerät zu testen. Deswegen wird, basierend auf den Nutzerdaten der User (oder allgemeinen Statistiken) eine repräsentative Auswahl an Geräten ausgesucht, um so eine maximale Marktabdeckung mit minimalem Aufwand zu gewährleisten. Des Weiteren ist es Aufgabe des Testers, auf die Benutzbarkeit und das User Interface der App zu achten. Es wird sichergestellt, dass die App immer intuitiv angewendet und ohne Wartezeiten verwendet werden kann.

Bei weiteren Tests wird Wert auf eine realitätsnahe Testumgebung gelegt, ergänzend zu einer durchdachten Auswahl an Testgeräten. Mit „sogenannten“ Feldtests wird beispielsweise mit dem Handy unterwegs geprüft, ob die Software unter wechselnden Lichtverhältnissen oder Netzverbindungen unterwegs stets einwandfrei funktioniert. Auch bei starker Lichteinstrahlung sollte der Text am Bildschirm lesbar bleiben und auch bei schnellen Bewegungen in öffentlichen Verkehrsmitteln soll die mobile Verbindung beziehungsweise die Verwendbarkeit nicht beeinträchtigt werden. Und zu keinem Zeitpunkt sollte der Akku mehr als notwendig beansprucht werden.

Ein besonderer Fokus beim Testen liegt auch auf der Sicherheit der Daten. Es wird sichergestellt, dass die App nur nach den Berechtigungen fragt, die sie auch benötigt und keine unverhältnismäßigen Berechtigungen einfordert. Beispielsweise wird sichergestellt, dass der Zugriff auf das Mikrofon ausschließlich dann stattfindet, wenn es notwendig ist. Es wird zudem gewährleistet, dass die App auch dann einsatzfähig ist, wenn keine Berechtigung für den Zugriff auf das Mikrofon erteilt wurde. Die Benutzbarkeit soll unter jeder Bedingung stabil bleiben und eine der Aufgaben des Testers ist es, genau das sicherzustellen.

 

Warum Testen Vertrauen fördert

Durch Mobile App Testing wird Vertrauen nicht dem Zufall überlassen, sondern aktiv gesichert. Wenn wir durch eine strategische Geräteauswahl die Fragmentierung des Marktes abdecken, durch Feldtests die Tücken des mobilen Alltags vorwegnehmen und die Sicherheit unserer persönlichsten Daten garantieren, dann machen wir Qualität für den Endnutzer erst spürbar.

Gutes Testen sorgt dafür, dass die App genau der verlässliche Partner bleibt, den wir in unserer Hosentasche erwarten. Am Ende des Tages bedeutet Vertrauen in eine App nämlich genau das: Dass man sie einfach benutzen kann, ohne darüber nachdenken zu müssen, ob sie funktioniert – weil die Qualitätssicherung genau das bereits sichergestellt hat.

Quellen und weiterführende Informationen

Basiswissen Mobile App Testing. Björn Lemke & Nils Röttger; dpunktverlag (1. Auflage, 2021)

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