Online-Umfrage zur Sommerzeit

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von Hansjörg Münster

Umfrage zur Sommerzeit

Ich genieße die Zeit sehr, wenn es am Abend lange hell ist. Irgendwie kommt dann Urlaubsstimmung bei mir auf. Ein Projekt führte mich jetzt für fast zwei Wochen nach Norddeutschland. Während dieser Zeit wurde mir wieder einmal bewusst, um wie viel länger die Sonne am Abend im Norden scheint. Bis fast 23:00 ist es dort im Juli hell. Deswegen habe ich auch die Sommerzeit so gerne. Die Umstellung beeinträchtigt mich nicht. Meine innere Uhr spielt nicht verrückt und etwas wie Jetlag habe ich auch nicht.

Dann kommt die Nachricht, dass die EU über die Abschaffung der Zeitumstellung nachdenkt. Da ich nicht möchte, dass es in Zukunft um 3:30 Uhr in der früh hell und um 20:00 Uhr dunkel wird, wollte ich mich sofort an der geplanten Online-Umfrage beteiligen. Wenn es in der Zukunft keine Zeitumstellung mehr geben sollte, so hätte ich mit einer ganzjährigen Sommerzeit auch kein Problem.

Der Link zur Umfrage ist in allen Online-Medien hundertfach verbreitet worden, es braucht also nur einen Klick und ich kann als braver Bürger mit demokratischen Grundhaltung meine Meinung kundtun. Oder doch nicht?

Tagelang kommt nur die Meldung, dass dieses Service im Moment nicht zur Verfügung steht – in allen Sprachen der Union. Die Medien erklärten rasch was passiert war: ein schnell hochgezogenes Service, das die Last vieler tausender Sommerzeit-Freunden und Feinden nicht verarbeiten konnte. Es zeigt sicher wieder, wie wichtig Performance Engineering ist. Zumindest ein Lasttest vor Beginn der Umfrage hätte die Grenzen des Erreichbaren aufgezeigt. Auch, wenn man vielleicht die Anzahl der Bürger, die zu einer Meinungsäußerung bereit sind, unterschätzte, vollkommen überrascht wäre man nicht geworden. Aber ein Lasttest alleine ist noch kein Performance Engineering: Da gehört eine kontinuierliche Überwachung der Auslastung und der Response-Zeiten genauso dazu, wie die seriöse Planung der Infrastruktur. Auf Basis von sinnvoll definierten Key Performance Indikatoren, kurz KPI’s, kann man Service-Levels definieren und einhalten.

Die vorliegende Abstimmung zur Sommerzeit ist leider wieder ein gutes Beispiel dafür, dass fehlendes Performance Engineering zu Ausfällen, Mehraufwand und zur Nicht-Erreichung von Zielen und Aufgaben führt. Auch, wenn nicht immer in der Öffentlichkeit und in allen Medien darüber berichtet wird, ein Imageverlust und Mehraufwand für alle Beteiligten ist es allemal. In vielen Risikolisten von IT-Projekten kommen die performancerelevanten Anforderungen vor, oft höchst bewertet als Top-Prio.

Und wir helfen gerne!

Wir Tester sind mit unseren Tools und unserer Erfahrung im Last- und Performancetest ein Teil des Performance Engineerings.

Und ich? Ich habe noch bist Mitte August Zeit, meine hellen (Feier-)Abende zu retten – falls bis dann die Probleme auch wirklich gelöst sind.

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SEQIS Autor Hansjörg Münster

Hansjörg Münster

Principal Consultant, Teamlead
IT Analyse, Software Test

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